Johannesbrotsirup

Es mag den Anschein haben, der leckere, klebrige Johannesbrotsirup gehöre zu den Nachtischen. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um ein äußerst nahrhaftes Produkt aus regional angebauten Johannisbrotschoten, das anstelle von Honig und anderen Süßungsmitteln verwendet werden kann.

Johannesbrotsirup kann wunderbar über Joghurt oder Anari-Käse geträufelt werden. Ein süßer, aber gesunder Snack! In Backwaren, Salatdressings, Marinaden und Saucen kann er Honig oder Zucker ersetzen. Traditionell wird auch die typisch zyprische Süßigkeit namens Pasteli aus Johannesbrotsirup gemacht.

Für den Sirup werden Johannisbrotschoten zusammen mit Wasser etwa vier Stunden lang in großen Bronzebehältern gekocht. Das so entstandene Mus wird durchgeseiht und lässt den schwarz-goldenen Sirup zurück. Johannisbrot findet auch bei der Herstellung vieler anderer Produkte Anwendung, darunter Johannisbrotmehl und -schokolade.

Der einheimische Johannisbrotbaum wird seit viertausend Jahren auf Zypern angebaut und Johannisbrot war einst der Hauptexportartikel Zyperns. Johannisbrotschoten (das sog. „schwarze Gold“) wurden aufgrund ihrer vielseitigen Verwendbarkeit, ihres hohen Nährwertes und ihrer Widerstandsfähigkeit geschätzt, die die Lagerung und den Transport über lange Strecken ermöglichte.

Tsamarella

Tsamarella ist ein Ziegenfleischgericht, das im Rahmen von Mezedes als Delikatesse serviert wird.

Für die Herstellung von Tsamarella werden große Stücke fetten Ziegenfleischs eingeschnitten und gesalzen. Mit Gewichten beschwert wird das Fleisch zum Trocknen etwa zehn Tage lang in die Sonne gehangen. Anschließend wird es eingeweicht, in Oregano gewälzt und erneut in der Sonne getrocknet.

Wie Hiromeri ist auch Tsamarella die ideale Beilage zu Zivania (einem typisch zyprischen Tresterbrand).

Loukanika und Pastourmas

Die traditionellen, würzigen Würstchen namens Loukanika und Pastourmas werden auf ähnliche Weise geräuchert und mit trockenem Rotwein, Salz, Knoblauch und Gewürzen (u. a. Koriandersamen und schwarzer Pfeffer) hergestellt. Loukanika werden aus Schweinefleisch und Pastourmas aus Rindfleisch gemacht.

Die Zyprer essen beide Sorten gerne im Rahmen von Mezedes, als Beilage zu Gegrilltem oder mit Halloumi und Eiern gebraten zum typisch zyprischen Frühstück.

In einigen Bergdörfern werden diese Würstchen neben anderen geräucherten Fleischwaren als Spezialitäten hergestellt. In den meisten Supermärkten sind sie außerdem vakuumverpackt in der Kühlabteilung zu finden. Perfekt als kulinarisches Mitbringsel für Zuhause!

Lountza

Die traditionell geräucherte Schweinelende Lountza ist eine der beliebtesten geräucherten Fleischwaren Zyperns und wird häufig zusammen mit Halloumi in Sandwiches oder mit Spiegeleiern serviert.

Für Lountza wird Schweinelende (oder auch Schweinefilet) zunächst gesalzen, anschließend in Rotwein mariniert und in der Sonne getrocknet, danach in Koriandersamen gewälzt und schließlich in einem eigens dafür gebauten Ofen über dem Holz diverser aromatischer Büsche und Bäume geräuchert. Lountza kann kalt, gebraten oder gegrillt serviert werden.

Vakuumverpackt ist diese Fleischspezialität lange haltbar. So lässt sich der Geschmack Zyperns wunderbar als Souvenir mit nach Hause nehmen!

Hiromeri

Hiromeri ist eine wohlschmeckende Spezialität aus geräuchertem Schweineschinken. Der Schinken wird gesalzen und in Rotwein und Gewürzen mariniert, bevor er unter schweren Gewichten gepresst und schließlich geräuchert wird. In kleine Stücke geschnitten wird Hiromeri gerne zusammen mit anderen Häppchen oder Knabbereien zu Getränken, insbesondere zu Wein und Zivania (ein zyprischer Tresterbrand), gereicht.

Halloumi

Halloumi ist wohl der berühmteste Käse Zyperns. Die schmackhafte und vielseitige Käsesorte hat eine unverwechselbare Textur und kann hervorragend heiß (gegrillt oder gebraten) oder kalt gegessen werden. Bei Ihrem Urlaub auf Zypern werden Sie an Halloumi wohl kaum vorbeikommen, da er für viele Speisen verwendet wird, sei es in einem Sandwich, im Rahmen traditioneller Mezedes oder zum Frühstück.

Der weiße Halbhartkäse wird seit Jahrhunderten auf Zypern hergestellt. Authentischer Halloumi wird traditionell mit einer genauen Menge an Ziegen- oder Schafsmilch produziert, die hauptsächlich aus den Dörfern stammt, in denen auch der Käse gemacht wird. Halloumi kann auch aus Kuhmilch (wie in vielen größeren Milchwirtschaftsbetrieben üblich) oder sogar aus allen drei Milchsorten hergestellt werden. Oftmals wird diesem salzigen Käse, der lange haltbar ist, auch noch Minze hinzugefügt.

Halloumi kann auf vielfältige Art genossen werden. Kalt wird er traditionell mit Wassermelone zum Frühstück oder zusammen mit Bauernbrot und Oliven gegessen. Gegrillt nimmt er die gummiartige Konsistenz an, die so beliebt in Halloumi- und Lountza-Sandwiches (geräucherte Schweinelende) ist. Er wird auch gegrillt im Rahmen von Mezedes, mit Eiern gebraten, in zyprischen Ravioli, weich in einer Trahanas- oder Avgolemono-Suppe oder in Pastagerichten serviert.

Hergestellt wird diese Käsespezialität in speziellen großen Bronzebehältern. Nach Zugabe des Labs (einem Enzymgemisch) wird der Käsebruch von der Hitzequelle entfernt, gut durchgeseiht, anschließend in ein Tuch gewickelt und mit einem Gegenstand beschwert, um die noch verbliebene Molke herauszudrücken.

Der Käse wird schließlich in Stücke geschnitten und noch einmal so lange in heiße Molke getaucht, bis er an die Oberfläche steigt. Die Käsestücke werden aus dem Behälter genommen und, in der Mitte geknickt, zum Abkühlen in Salz und Minze gelegt. Abschließend wird er noch einmal in heiße Molke getaucht.

Mezedes

No visit to Cyprus is complete without enjoying the traditional meal of many small dishes known as ‘meze’.

This large feast, which has been a popular part of the Cypriot culture for many centuries, is more of a social event than a formal meal, with many dishes shared around the table with family and friends.

What is included in the meze varies widely from each restaurant and tavern, and largely depends on what is in season and whether you are ordering a meat meze, fish meze or a mixed meze. Typically there should be around 15-20 dishes, including the dips and bread, but some places may include up to 30 dishes.

Generally, the meal begins with olives and various dips, such as yoghurt, Tahini (sesame seed dip), Skordalia (potato and garlic dip), Taramosalata (fish roe dip), and Tsatziki (cucumber and mint dip), all served with a basket of fresh bread and a bowl of crisp village salad.

Thereafter, you might enjoy more common dishes such as grilled Halloumi cheese and Lountza (cured pork loin), or more unusual selections such as wild asparagus and other greens cooked with eggs.

If you are having a meat meze, then you can expect grilled meats such as pork chops and barbequed chicken and pork, alongside spicy Loukanika sausages, kleftiko and delicious stewed dishes such as Stifado and Tavas. In a fish meze, a variety of locally caught fish is served grilled and fried, including small-fry, sea bream with olive oil and lemon dressing, cuttlefish, calamari and octopus.

In the more traditional establishments, you may be offered watermelon, sweet pastries or preserved sweets (‘glyko’) to round off the meal.

So, ‘kopiaste ke kali orexi’, which means ‘welcome, and bon appetite’, you will soon fall in love with the social way of eating that the authentic Cypriot meze offers!

Zypern-Venedig-Kulturwege

Die Relikte der Venezianer auf Zypern

Begeben Sie sich auf eine historische Reise, die die starken Bande, den kulturellen Einfluss und die besondere Beziehung Zyperns zu Venedig enthüllt. Eine Beziehung, die auch heute noch Bestand hat.

Auf diversen Kulturwegen werden Sie Architektur, Kirchen, Monumente, Museen und historische Orte entdecken, die die Geschichte der Venezianer auf Zypern vom Mittelalter bis zur Renaissance erzählen. Ausgangspunkt dieser Geschichte ist die byzantinische Epoche, als Kaiser Manuel I. Komnenos den Venezianern im Jahr 1147 das Recht erteilte, mit der Insel Handel zu treiben und sich auf ihr niederzulassen.

Mit der Eroberung der Insel durch Richard Löwenherz und ihrer Umwandlung in einen Staat, regiert durch das fränkische Herrschergeschlecht Lusignan, wurden die Venezianer zwischen 1191 und 1192 durch die Krone enteignet. Die so entstandenen Spannungen zwischen der Gemeinde Venedig und dem Königreich Zypern blieben bis ins Jahr 1302 bestehen.

Mit der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen im Jahr 1302 breitete sich der Einfluss Italiens zunehmend auf das fränkische Königreich aus. Die Familie Cornaro wurde zu einem der Hauptunterstützer des Hauses Lusignan.

Mit dem plötzlichen Tod Jakob II. von Zypern bestieg die Venezianerin Caterina Cornaro, Jakobs Frau, im Jahr 1474 den Thron. Es war der Beginn der direkten Herrschaft Venedigs über Zypern, das damit zur Provinz der maritimen Republik Venedig wurde, deren direkte Verwaltung vom Festland aus erfolgte. Zwischen 1474 und 1570 waren die Verbindungen zwischen Venedig und Zypern zweifelsohne am engsten.

Mit der offiziellen Eingliederung Zyperns in die venezianischen Kolonien (den sog. Stato da Mar, den Staat des Meeres) im Jahr 1489 wurde die Durchdringung Zyperns durch die italienische Kultur durch literarische, philosophische und ästhetische Wertvorstellungen weiter verstärkt. So wurden z. B. Kirchen von Malern verziert, die sich von Italien inspirieren ließen.

Die Eroberung Zyperns durch die Osmanen im Sommer des Jahres 1570 beendete die venezianische Herrschaft und löste die Insel von Italien. Nichtsdestotrotz blieben die Handelsbeziehungen zwischen Zypern und Venedig bis ins 18. Jahrhundert bestehen.

Die Zypern-Venedig-Kulturwege halten auf der ganzen Insel eine Vielzahl an interessanten Orten bereit. Die komplette Broschüre mit Einzelheiten zur Geschichte und Verbindung zwischen Zypern und Italien sowie alle relevanten Orte in jeder Region finden Sie hier.

Kulturwege: Kupfer

Der Kupferweg – Eine Reise in das Herz Zyperns

Entdecken Sie die tief gehende und wichtige historische Verbindung der Insel zu Kupfer. Diese Selbstfahrer-Tour führt Sie zu den zahlreichen Kupferminen und Bergbaustätten Zyperns. Unterwegs erfahren Sie, welche Rolle das Metall in der Geschichte der Insel gespielt hat, die über viele Jahrhunderte der größte Kupferproduzent und -exporteur der Antike war.

Reines Kupfer (oder dessen Legierungen) war einst der Grundstoff, der für die Entwicklung großer Zivilisationen rund um die Insel nötig war. Zyperns Kupfer trug zum technologischen Fortschritt des gesamten Mittelmeerraums und darüber hinaus bei.

Die Tour beginnt entweder in Lemesos (Limassol) oder in Larnaka (Larnaca) und führt in Richtung des Dorfes Sia (oder Sha). Nur wenige Kilometer außerhalb des Dorfes können Sie den hellgelben und -braunen  „Eisernen Hut“ (die Oxidationszone eines Erzganges) bestaunen, der typischerweise in Gebieten mit Kupfermineralisierung vorkommt. Zur Linken befinden sich zwei große Kupfertagebaue sowie Felsformationen, die sich bei einem Streifzug rund um die Stätte gut studieren lassen.

Die nächste Station ist die Kupfermine Mathiatis (Süd), die sich hinter duftenden Kiefern befindet, die den hellen Farben des „Eisernen Huts“ Platz machen, der Sie zum See der Kupfermine leiten wird. Die Tour führt anschließend weiter Richtung Agia Varvara. Von der Straße aus können Sie einen Teil des Kupfertagebaus Mathiatis (Nord) sehen

Von dort aus geht es weiter nach Norden Richtung Agia Varvara. Eine Querstraße nahe der Olivenöl-Mühle führt Sie weiter zu einem kleinen Tal, in dem sich die Kupfermine Almyras samt ihrer Werkstätten befindet.

Ihre Fahrt führt Sie weiter durch die Dörfer Kotsiatis, Marki und Tseri bis zum Dorf Katydata, in dem sich ein äußerst interessantes Museum zur Bergbauvergangenheit (Museum of Mining Heritage)* befindet.

Nur fünf Autominuten von Katydata entfernt liegen die ehemalige Kupfermine Skouriotissa und das gleichnamige, inzwischen jedoch verlassene Dorf. Südwestlich von Skouriotissa befindet sich neben San Martin, einem Camp der Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern (UNFICYP), auch die Kapelle der Panayia Skouriotissa (‚Unserer Lieben Frau der Kupfermine Skouriotissa‘) aus dem 16. Jahrhundert, die einige interessante Ikonen beherbergt. Nordwestlich der Kirche befinden sich verlassene Häuser, die einst von der Bergbaugesellschaft CMC gebaut und bis 1974 von den Bergarbeitern genutzt wurden. Ebenfalls interessant ist das neu gegründete Kloster, das einige hundert Meter von den Häusern entfernt steht.

Der Kupferweg Zyperns zeichnet die reiche und lebendige Vergangenheit antiker Königreiche und die wichtige Rolle nach, die Kupfer in der Entwicklung dieser Königreiche gespielt hat, und bietet Ihnen gleichermaßen einen interessanten wie informativen Tag.

Die komplette Broschüre mit Einzelheiten zur Kupfergeschichte Zyperns und dem Kupferweg in voller Länge finden Sie hier.

* Besuche im Museum müssen mindestens einen Tag im Voraus gebucht werden. Wenden Sie sich dazu bitte an Herrn Andreas. Sie erreichen ihn unter: +357 99 348 013.