Commandaria

Zypern kann sich stolz damit rühmen, dass der älteste Wein der Welt noch immer hier gekeltert wird: der süße Dessertwein Commandaria.

Seine Ursprünge gehen angeblich auf das Jahr 800 v. Chr. zurück. Es wurden Hinweise auf den Konsum eines Weins namens ‚Nama-Wein‘ gefunden, bei dem es sich vermutlich um Commandaria gehandelt hat, bevor dieser während der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert seinen bekannten Namen erhielt. Man ging davon aus, dass der Wein eine therapeutische Wirkung hatte, weshalb er weitverbreitet als Tonikum Anwendung fand.

Richard Löwenherz feierte die Eroberung Zyperns und seine Vermählung mit Berengaria von Navarra in Lemesos (Limassol) mit reichlich Commandaria und pries ihn als „Wein der Könige und König der Weine“. 1192 verkaufte er die Insel an die Ritter vom Orden des Heiligen Johannes und den Templerorden, behielt jedoch den Hauptsitz in Kolossi. Commandaria wurde hauptsächlich in Kolossi gekeltert, das einst als „La Grande Commanderie“ (Die Große Kommandantur) bekannt war. Der Legende nach war der Commandaria derart berühmt, dass er im 13. Jahrhundert sogar die vom französischen König Philipp II. abgehaltene „Schlacht der Weine“ gewann, den ersten dokumentierten internationalen Weinwettbewerb.

Commandaria, der Ähnlichkeit mit einem süßen Sherry aufweisen kann, wird seit Jahrhunderten auf dieselbe Weise und in denselben vierzehn Weindörfern produziert. Die einheimischen Rebsorten Mavro (rot) und Xynisteri (weiß) werden erst spät in der Saison gelesen und in der Sonne getrocknet, um so die natürlich süßen Aromen zu intensivieren, die dem Wein seinen einzigartigen Geschmack verleihen. Die getrockneten Trauben werden anschließend ausgepresst. Dabei werden die Treber oder Trester genannten Pressrückstände gesammelt und in Tanks oder großen Tongefäßen (ähnlich denen aus längst vergangenen Zeiten) fermentiert.

Was wäre ein Urlaub auf Zypern, wenn Sie nicht wenigstens eine Flasche Commandaria mit nach Hause nehmen? Genießen Sie ihn doch wie ein süßes Stück zyprischer Geschichte!

Zyprischer Kaffee

Zyprischer Kaffee ist ein typisches Merkmal der Kaffeehaus-Kultur Zyperns. Die perfekte Zubereitung dieses starken Heißgetränks erfordert jedoch etwas Übung.

Für eine Mokkatasse zyprischen Kaffee wird ein gehäufter Teelöffel fein gemahlener Kaffee mit heißem Wasser und Zucker (sofern gewünscht) gemischt. Diese Mischung wird in einem kleinen Stieltopf namens ‚mbrikia‘ aufgebrüht. Traditionell wurden ‚mbrikia‘ aus Kupfer hergestellt und jeder Haushalt besaß mindestens ein Exemplar. Heute gibt es aber auch modernere Ausführungen und sogar elektrische ‚mbrikia‘.

Der kniffelige Teil bei der Zubereitung von zyprischem Kaffee besteht darin, den Kaffee genau auf die richtige Temperatur zu erhitzen, damit sich ein Schaum (der sog. ‚kaimaki‘, ähnlich wie die Crema bei Espresso) bildet. Dieser überaus wichtige ‚kaimaki‘ bildet sich vom Rand aus und sorgt dafür, dass der Kaffee „wächst“.

Zyprischer Kaffee ist sehr stark, weshalb er immer mit einem Glas Wasser serviert wird. Sie können ihn ‚sketo‘ (schwarz), ‚metrio‘ (mit einem Teelöffel Zucker) oder ‚glyki‘ (mit zwei Teelöffel Zucker) bestellen. Zyprischer Kaffee wird niemals mit Milch getrunken!

Am besten trinkt man ihn schlückchenweise. Der dicke Kaffeesatz am Boden der Tasse wird nicht mitgetrunken. Wahrsager können angeblich Ihre Zukunft aus dem Muster des getrockneten Kaffeesatzes lesen!

Brandy Sour (zyprischer Brandy)

Der beliebteste Cocktail Zyperns ist zweifelsohne der berühmte Brandy Sour. Er wird zwar auch in anderen Teilen der Welt getrunken, aber die zyprische Variante ist einzigartig, da sie mit zyprischem Brandy gemixt wird und einen sehr interessanten, sogar königlichen Ursprung hat!

Die Geschichte besagt, dass Brandy Sour ursprünglich in den frühen 50er Jahren im ältesten Hotel Zyperns (im Troodos-Gebirge) für König Faruq I. von Ägypten erfunden wurde. Da der König den zyprischen Brandy sehr mochte, ersonnen die Hotelangestellten ein Getränk mit Brandy, das aussah wie ganz normaler Eistee und nicht vermuten ließ, dass der König in Wahrheit Alkohol trank.

Gemixt wird Brandy Sour aus zyprischem Brandy (der milder ist als Cognac oder Armagnac), Zitronensaft (frisch oder Konzentrat), Angosturabitter, Tafelwasser (oder Limonade) und Eis.

Probieren Sie den zyprischen National-Cocktail doch bei Ihrem Besuch auf der Insel, wenn Sie ihn noch nicht kennen. Und für die Cocktail Hour Zuhause nehmen Sie einfach eine Flasche (oder auch zwei) zyprischen Brandy als Souvenir mit!

Glyko Karydaki (kandierte Walnüsse)

Zutaten:

100 frische Walnüsse

Saft von 2 Zitronen

2 Tassen Calciumhydroxid (Säureregulator)

4 kg Zucker

3 Liter Wasser

2 Zimtstangen

6 Nelken

 

Zubereitung:

Walnüsse enthäuten. Ein kleines Dreieck aus dem oberen und unteren Ende schneiden. Die Walnüsse acht Tage lang in Wasser einweichen. Dabei das Wasser täglich wechseln.

Am achten Tag das Wasser wechseln und die Walnüsse zusammen mit dem Calciumhydroxid für weitere 12 Stunden einweichen.

Anschließend gut unter laufendem Wasser abspülen. Die Walnüsse vertikal und horizontal mit einem Spieß durchbohren.

In frischem Wasser kochen und zweimal abspülen.

Die Walnüsse in einem Topf gar kochen.

Anschließend abseihen und sechs Stunden in Wasser und Zitronensaft einweichen.

Abseihen und zusammen mit Zucker, Zitronensaft, Zimt und Nelken in einen Topf geben.

Bei niedriger Hitze aufkochen lassen. Am nächsten Tag bei starker Hitze erneut aufkochen lassen. Am dritten Tag so lange kochen, bis der Sirup eindickt.

Abkühlen lassen und in sterilisierte Gläser abfüllen.

Glyko Karpouzi (kandierte Wassermelone)

Zutaten:

(für 25 Portionen)

1 kg Wassermelonenschale (genug für 25 Stück)

Saft von 1 Zitrone

½ Tasse Calciumhydroxid (Säureregulator)

1½ kg Zucker

1 Liter Wasser

½ TL Vanilleextrakt

 

Zubereitung:

Die Melonenschalen so schälen, dass nur noch der weiße Teil übrig bleibt. In 25 viereckige Stücke schneiden.

Die Melonenstücke in eine Schüssel geben, mit Wasser auffüllen, Calciumhydroxid dazugeben und 2 Stunden ruhen lassen.

Anschließend gut unter laufendem Wasser abspülen.

Die Melonenstücke in einen großen Topf geben, mit kaltem Wasser auffüllen und aufkochen lassen. Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis die Melonenstücke gar sind.

Gut abseihen und zurück in den Topf geben. Mit 1 Liter Wasser auffüllen. Zucker und Zitronensaft dazugeben. Köcheln lassen, bis der Sirup angedickt und leicht karamellisiert ist (ca. 30 Minuten).

Vanilleextrakt dazugeben.

Abkühlen lassen und in sterilisierte Gläser abfüllen.

Traditionelles zyprisches Brot

Zutaten:

(für 2 bis 3 Personen)

1 kg Mehl

130 g Hefevorteig (‚prozymi‘) oder 1 EL Trockenhefe

¼ TL Salz

Lauwarmes Wasser (genug, um einen glatten Teig herzustellen)

1 Prise Zimt

1 Prise Mastix (Harz der Mastix-Pistazienbäume)

Eine Mischung aus Sesamkörnern und Anissamen

¼ TL Zucker (falls Trockenhefe verwendet wird)

 

Zubereitung:

Falls keine Trockenhefe verwendet wird, den Hefevorteig (‚prozymi‘) mit Wasser und Mehl zu einem weichen Teig verkneten. Teig abgedeckt für 4 bis 5 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig erneut kneten, dabei Salz, Zimt und Mastix untermischen. Erneut abgedeckt ruhen lassen.

Den Teig in Stücke schneiden und entweder zu Kugeln oder zu Baguettes formen

und in der Mischung aus Sesamkörnern und Anissamen wälzen. Erneut ruhen lassen.

Im Ofen bei 200 °C backen.

Loukoumades (Honigbällchen)

Zutaten:

(für 20 Portionen)

1 kg Mehl

20 g Trockenhefe

250 g Kartoffelbrei

2½ – 3 Tassen lauwarmes Wasser

Öl zum Braten

Für den Sirup:

500 g Zucker

300 ml Wasser

Einige Spritzer Zitronensaft

1 Zimtstange

 

Zubereitung:

Die Zutaten für den Sirup in einem Topf vermischen und so lange kochen, bis die Mischung eine sirupartige Konsistenz annimmt. Sirup abkühlen lassen.

Mehl, Hefe und Wasser zu einem Teig verrühren.

Den Teig gehen lassen.

Kartoffelbrei unterheben und gut mit dem Teig vermischen.

Die Teigmischung dessertlöffelweise in heißes Öl geben und goldbraun braten.

Auf Küchenpapier abtropfen lassen und für einige Sekunden in den kalten Sirup tauchen.

Die Loukoumades mit einem Schaumlöffel aus dem Sirup heben und in eine Schüssel geben.

Heiß genießen.

Daktyla (Finger)

Zutaten:

(für 10 Personen)

 

Für den Teig:

1 kg Mehl, Type 550

¾ Tasse Öl

1 Prise Salz

Einige Spritzer Zitronensaft

2 Tassen Wasser

 

Für die Füllung:

300 g gehackte Mandeln

50 g Zucker

1 TL Zimt

1 EL Rosenwasser

 

Für den Sirup:

1 kg Zucker

750 ml Wasser

Saft einer halben Zitrone

1 Zimtstange

2–3 Nelken

Öl zum Braten

 

Zubereitung:

Das Mehl sieben und mit Salz und Öl vermischen. Wasser und Zitronensaft dazugeben und zu einem festen Teig verkneten. Teig in einer abgedeckten Schüssel ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Zutaten für die Füllung mischen.

Den Teig dünn ausrollen (1–2 mm) und in 8 x 10 cm große Rechtecke schneiden.

Einen Teelöffel der Füllung auf die längeren Seite des Rechtecks geben und den Teig zu „Fingern“ aufrollen (Der Name ‚daktyla‘ bedeutet übersetzt Finger). Die Enden der Teigröllchen mit einer Gabel versiegeln.

Röllchen in heißem Öl goldbraun braten und anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Für einige Sekunden in den kalten Sirup tauchen, abtropfen lassen und auf einem Teller oder einer Servierplatte anrichten.

Mit Anari-Käse gefüllte Filo-Teigtaschen

Zutaten:

(für 10 Personen)

500 g ungesalzener Anari-Käse

1 TL Zimt

¾ Tasse Zucker

2 EL Rosenwasser

500 g Filo-Teig

100 g geschmolzene Butter

100 g frische Sahne

½ Tasse Honig oder 500 ml Sirup

 

Zubereitung:

Den Anari-Käse mit der frischen Sahne verschlagen.

Zimt, Zucker und Rosenwasser dazugeben und gut durchmischen.

Den Filo-Teig in 7 cm große Quadrate schneiden. Pro Teigtasche 2 bis 3 Blätter Filo-Teig verwenden. Ein Filo-Quadrat auf eine saubere Arbeitsfläche legen und mit etwas geschmolzener Butter bestreichen. Ein weiteres Filo-Quadrat darüberlegen und ebenfalls mit Butter bestreichen. Vorgang mit einem weiteren Filo-Quadrat wiederholen. Einen Esslöffel der Käsemischung in die Mitte des Filo-Quadrats geben und den Teig zu einem Dreieck falten. Die Oberfläche der Teigtaschen mit geschmolzener Butter bestreichen und goldbraun backen oder frittieren. Mit Honig oder Sirup beträufeln.

Hinweis: Mit diesem Teig lassen sich auch traditionelle ‚bourekia‘ zubereiten. Die ‚bourekia‘ braten und mit Puderzucker bestäubt servieren.

Warmer Halloumi-Pfirsich-Salat

Zutaten:

(für 2 Personen)

3 reife, aber feste Pfirsiche, halbiert und entsteint

250 g Halloumi

2 EL Olivenöl

3 rote Chicorée, längs geviertelt, Wurzel intakt

1 Bund Frühlingszwiebeln, geputzt und in 2 cm lange Stücke geschnitten

 

Für das Dressing:

1 rote Chilischote, entkernt und fein gehackt

½ großer Bund frischer Koriander, Blätter und Stängel grob gehackt

5 EL Weißweinessig

3 EL flüssiger Honig

 

Zubereitung:

Die Zutaten für das Dressing in einer kleinen Schüssel miteinander vermengen. Schüssel abdecken und zur Seite stellen.

Die Pfirsichhälften in Spalten schneiden.

Halloumi in 1 cm dicke Scheiben schneiden.

In einer großen Pfanne 1 EL Olivenöl erhitzen. Den Käse darin 3 bis 4 Minuten pro Seite (oder bis er eine goldbraune Farbe annimmt und leicht knusprig wird) braten. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen.

Den Chicorée und die Frühlingszwiebeln in die heiße Pfanne geben. Kurz anbraten, bis alles leicht zusammengefallen ist und Farbe angenommen hat. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

1 EL Olivenöl erhitzen. Die Pfirsichspalten in die Pfanne geben und für 1 bis 2 Minuten braten, bis sie weich werden und eine leichte Farbe angenommen haben, aber nicht zerfallen.

Alle Salatzutaten in einer Schüssel vermengen und mit dem Dressing abschmecken.

Auf Tellern angerichtet servieren.