Palouze

Das Traubengelee Palouzes ist eine wundervolle zyprische Nachspeise, die von dem Überfluss an Trauben profitiert, der in den Weindörfern Zyperns angebaut wird.

Für die Herstellung von Palouzes, die der eines Mandelsulz (oder Blancmange) ähnelt, wird der Traubensaft (Most) während der Traubenernte gesammelt und zusammen mit einer kleinen Menge weißer Erde (der ‚asproi‘) in einem großen Kessel (dem ‚kazani‘) gekocht. Die Erde sorgt dafür, dass Verunreinigungen im Most nach oben steigen und abgeschöpft werden können.

Dem Saft wird dann im Verhältnis 8:1 Mehl hinzugefügt (8 Einheiten Saft zu 1 Einheit Mehl). Das Ganze wird dann so lange gekocht, bis die richtige Konsistenz zur Herstellung eines Gelees erreicht ist. Dem Gelee werden noch gehackte Nüsse hinzugefügt. Sobald es fest geworden ist, kann es serviert werden.

Honig

Zypern besitzt eine lange Tradition der Honigerzeugung und stellt eine große Anzahl qualitativ hochwertiger und preisgekrönter Honige her, die für ihre Reinheit bekannt sind.

Die verschiedenartigen Honige, die von klar und goldfarben bis dickflüssig und kristallin reichen, erhalten ihren unverwechselbaren Geschmack von einem Bouquet aus 1.908 verschiedenen Pflanzen, darunter Thymian, Eukalyptus, Orangenblüte und Polyflora. Viele Honigerzeuger stellen auch rohen Honig her, der nicht erhitzt wurde und so seine äußerst nahrhaften und heilenden Eigenschaften behält.

Honig ist ohne weiteres in Geschäften und Dörfern erhältlich, in denen Kleinerzeuger die köstlichsten Honige direkt abfüllen. Ein perfektes Souvenir oder Geschenk!

Glyko tou Koutaliou („Löffelsüßigkeiten“ aus kandierten Früchten)

Bei den traditionellen „Löffelsüßigkeiten“ handelt es sich um kandierte Früchte, die normalerweise auf einem kleinen Löffel serviert werden. Sie werden Gästen häufig zusammen mit einem Glas kalten Wasser als Symbol der Gastfreundschaft angeboten.

Bei Ihrem Besuch auf Zypern werden Ihnen „Löffelsüßigkeiten“ möglicherweise am Ende einer Mahlzeit gereicht. Die Portion mag klein erscheinen, aber viel mehr davon werden Sie auch nicht schaffen, da Glyko tou Koutaliou sehr süß sind. Meistens werden Sie nicht einmal genau erkennen können, welches kandierte Obst oder Gemüse Sie da auf dem Löffel haben!

Fast jedes Obst, Gemüse, jede Nuss oder Schale kann kandiert werden. Die Süßigkeiten werden oft mit Vanille, Zimt oder Pelargonie (duftende Geranienblätter) aromatisiert.

Üblicherweise werden für „Löffelsüßigkeiten“ Feigen, Kirschen, die Schalen von Wassermelonen und Zitrusfrüchten, Walnüsse, Aprikosen, Speisekürbisse, Weintrauben, Bergamotte oder mit Mandeln gefüllte Auberginen kandiert. Manchmal werden auch Früchte verwendet, die ansonsten ungenießbar wären, wie z. B. die Bitterorange (‚kitromilo‘), die nicht roh verzehrt werden kann.

Die Herstellung von „Löffelsüßigkeiten“ ähnelt der von Marmelade. Die gewünschte Zutat wird zunächst in Wasser und Calciumhydroxid (einem Säureregulator) gekocht, damit sie knusprig wird. Anschließend wird sie in Wasser und Zitronensaft erneut gekocht, damit sie schön glänzt und ihre Farbe erhalten bleibt. Zum Schluss wird sie mehrere Tage lang leicht in Zucker geköchelt.

Früher wurden „Löffelsüßigkeiten“ traditionell als Gastgeschenke bei Hochzeiten verteilt. Die Gäste aßen die Leckerei direkt vom Löffel, der anschließend für den nächsten Gratulanten gewaschen wurde. In fast jedem zyprischen Zuhause gab es eigens angefertigte, filigrane Servierschälchen, winzige Silbergabeln und -löffel, mit denen die Süßigkeiten Gästen serviert wurden. Das Familienrezept zur Herstellung der kandierten Früchte wurde traditionell an die Töchter des Hauses weitergegeben.

In der modernen zyprischen Gesellschaft ist es heute üblicher, Glyko tou Koutaliou im Glas zu kaufen. Sie werden eine Reihe unterschiedlicher Marken finden, die sich wunderbar verschenken lassen oder ein traditionelles Souvenir zur Erinnerung an Ihren Zypernurlaub sind.

Johannesbrotsirup

Es mag den Anschein haben, der leckere, klebrige Johannesbrotsirup gehöre zu den Nachtischen. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um ein äußerst nahrhaftes Produkt aus regional angebauten Johannisbrotschoten, das anstelle von Honig und anderen Süßungsmitteln verwendet werden kann.

Johannesbrotsirup kann wunderbar über Joghurt oder Anari-Käse geträufelt werden. Ein süßer, aber gesunder Snack! In Backwaren, Salatdressings, Marinaden und Saucen kann er Honig oder Zucker ersetzen. Traditionell wird auch die typisch zyprische Süßigkeit namens Pasteli aus Johannesbrotsirup gemacht.

Für den Sirup werden Johannisbrotschoten zusammen mit Wasser etwa vier Stunden lang in großen Bronzebehältern gekocht. Das so entstandene Mus wird durchgeseiht und lässt den schwarz-goldenen Sirup zurück. Johannisbrot findet auch bei der Herstellung vieler anderer Produkte Anwendung, darunter Johannisbrotmehl und -schokolade.

Der einheimische Johannisbrotbaum wird seit viertausend Jahren auf Zypern angebaut und Johannisbrot war einst der Hauptexportartikel Zyperns. Johannisbrotschoten (das sog. „schwarze Gold“) wurden aufgrund ihrer vielseitigen Verwendbarkeit, ihres hohen Nährwertes und ihrer Widerstandsfähigkeit geschätzt, die die Lagerung und den Transport über lange Strecken ermöglichte.

Tsamarella

Tsamarella ist ein Ziegenfleischgericht, das im Rahmen von Mezedes als Delikatesse serviert wird.

Für die Herstellung von Tsamarella werden große Stücke fetten Ziegenfleischs eingeschnitten und gesalzen. Mit Gewichten beschwert wird das Fleisch zum Trocknen etwa zehn Tage lang in die Sonne gehangen. Anschließend wird es eingeweicht, in Oregano gewälzt und erneut in der Sonne getrocknet.

Wie Hiromeri ist auch Tsamarella die ideale Beilage zu Zivania (einem typisch zyprischen Tresterbrand).

Loukanika und Pastourmas

Die traditionellen, würzigen Würstchen namens Loukanika und Pastourmas werden auf ähnliche Weise geräuchert und mit trockenem Rotwein, Salz, Knoblauch und Gewürzen (u. a. Koriandersamen und schwarzer Pfeffer) hergestellt. Loukanika werden aus Schweinefleisch und Pastourmas aus Rindfleisch gemacht.

Die Zyprer essen beide Sorten gerne im Rahmen von Mezedes, als Beilage zu Gegrilltem oder mit Halloumi und Eiern gebraten zum typisch zyprischen Frühstück.

In einigen Bergdörfern werden diese Würstchen neben anderen geräucherten Fleischwaren als Spezialitäten hergestellt. In den meisten Supermärkten sind sie außerdem vakuumverpackt in der Kühlabteilung zu finden. Perfekt als kulinarisches Mitbringsel für Zuhause!

Lountza

Die traditionell geräucherte Schweinelende Lountza ist eine der beliebtesten geräucherten Fleischwaren Zyperns und wird häufig zusammen mit Halloumi in Sandwiches oder mit Spiegeleiern serviert.

Für Lountza wird Schweinelende (oder auch Schweinefilet) zunächst gesalzen, anschließend in Rotwein mariniert und in der Sonne getrocknet, danach in Koriandersamen gewälzt und schließlich in einem eigens dafür gebauten Ofen über dem Holz diverser aromatischer Büsche und Bäume geräuchert. Lountza kann kalt, gebraten oder gegrillt serviert werden.

Vakuumverpackt ist diese Fleischspezialität lange haltbar. So lässt sich der Geschmack Zyperns wunderbar als Souvenir mit nach Hause nehmen!

Hiromeri

Hiromeri ist eine wohlschmeckende Spezialität aus geräuchertem Schweineschinken. Der Schinken wird gesalzen und in Rotwein und Gewürzen mariniert, bevor er unter schweren Gewichten gepresst und schließlich geräuchert wird. In kleine Stücke geschnitten wird Hiromeri gerne zusammen mit anderen Häppchen oder Knabbereien zu Getränken, insbesondere zu Wein und Zivania (ein zyprischer Tresterbrand), gereicht.

Halloumi

Halloumi ist wohl der berühmteste Käse Zyperns. Die schmackhafte und vielseitige Käsesorte hat eine unverwechselbare Textur und kann hervorragend heiß (gegrillt oder gebraten) oder kalt gegessen werden. Bei Ihrem Urlaub auf Zypern werden Sie an Halloumi wohl kaum vorbeikommen, da er für viele Speisen verwendet wird, sei es in einem Sandwich, im Rahmen traditioneller Mezedes oder zum Frühstück.

Der weiße Halbhartkäse wird seit Jahrhunderten auf Zypern hergestellt. Authentischer Halloumi wird traditionell mit einer genauen Menge an Ziegen- oder Schafsmilch produziert, die hauptsächlich aus den Dörfern stammt, in denen auch der Käse gemacht wird. Halloumi kann auch aus Kuhmilch (wie in vielen größeren Milchwirtschaftsbetrieben üblich) oder sogar aus allen drei Milchsorten hergestellt werden. Oftmals wird diesem salzigen Käse, der lange haltbar ist, auch noch Minze hinzugefügt.

Halloumi kann auf vielfältige Art genossen werden. Kalt wird er traditionell mit Wassermelone zum Frühstück oder zusammen mit Bauernbrot und Oliven gegessen. Gegrillt nimmt er die gummiartige Konsistenz an, die so beliebt in Halloumi- und Lountza-Sandwiches (geräucherte Schweinelende) ist. Er wird auch gegrillt im Rahmen von Mezedes, mit Eiern gebraten, in zyprischen Ravioli, weich in einer Trahanas- oder Avgolemono-Suppe oder in Pastagerichten serviert.

Hergestellt wird diese Käsespezialität in speziellen großen Bronzebehältern. Nach Zugabe des Labs (einem Enzymgemisch) wird der Käsebruch von der Hitzequelle entfernt, gut durchgeseiht, anschließend in ein Tuch gewickelt und mit einem Gegenstand beschwert, um die noch verbliebene Molke herauszudrücken.

Der Käse wird schließlich in Stücke geschnitten und noch einmal so lange in heiße Molke getaucht, bis er an die Oberfläche steigt. Die Käsestücke werden aus dem Behälter genommen und, in der Mitte geknickt, zum Abkühlen in Salz und Minze gelegt. Abschließend wird er noch einmal in heiße Molke getaucht.